Sexuelle und Affektive Gesundheit und Kleinkindalter

Ein Projekt für Kinder unter 5 Jahren

Eine der Aufgaben der Planning Familial ist die Ausbildung von Fachkräften. Im Austausch mit zahlreichen Akteuren aus dem Bereich der Kleinkindbetreuung tauchen bestimmte Fragen immer wieder auf.

Heute freut sich die Planning Familial, Ihnen ein neues Informationsprojekt vorstellen zu dürfen, das speziell für Fachkräfte konzipiert wurde, die Kleinkinder und ihre Eltern begleiten. Ziel dieses Projekts ist es, durch die Vorstellung einfacher, aber grundlegender Konzepte eine respektvolle und inklusive Entwicklung bereits in den ersten Lebensjahren zu fördern.

Die Hand soll wichtige Tipps für Kinder auf einfache Weise veranschaulichen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz vor Gewalt, aber nicht nur das… (siehe Faltblatt).

Rahmen zur Sensibilisierung für affektiv und sexuelle Gesundheit

Die Sensibilisierung basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz der Sexualerziehung, wie er von der UNESCO (2009, 2018) und der WHO Europa (2010) definiert wurde, der eine positive Sichtweise der Sexualität fördert und die biologischen, emotionalen, zwischenmenschlichen und sozialen Dimensionen der menschlichen Entwicklung einbezieht.

In diesem Rahmen gliedert sich die Maßnahme in fünf grundlegende Ziele, die fünf miteinander verbundenen Themenbereichen entsprechen.

5 Ziele

Die sexuelle und emotionale Bildung ist ein Menschenrecht und essenziell, um Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten. Sie erlaubt es den Kindern, ihre Körper, ihre Gefühle und ihre Beziehungen besser zu verstehen und schützt sie zugleich.

Selbsterkenntnis

  • Kinder lernen, ihre eigenen Emotionen und die anderer, zu erkennen
  • Erwachsene begleiten Kinder dabei, indem sie ausgedrückte Emotionen in Worte fassen.
  • Erwachsene sprechen über Freundschaft, Liebe, Traurigkeit usw.
  • Erwachsene drücken Emotionen und Gefühle auf authentische und positive Weise aus.
  • Kinder lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche mit Respekt vor sich selbst und anderen zu äußern.
  • Kinder sind von Erwachsenen umgeben, die in der Lage sind, einfühlsam zuzuhören.
  • Jedes Kind trägt eine Schatzkarte (Eigenschaften, Leidenschaften etc.) in sich, die es zu entdecken gilt, und keine ist wie die andere!

Körper

  • Körperkontakt ist wichtig. Sanfte Berührungen und respektvolle Umarmungen vermitteln Kindern ein Gefühl der Sicherheit und Wärme.
  • Erwachsene helfen Kindern dabei, zu verinnerlichen: „Dein Körper gehört dir.“
  • Kinder lernen, Körperteile richtig zu benennen.

Selbststimulation:

  • Selbststimulation gehört zur normalen Entwicklung des Kindes.
  • Sie darf nicht zwanghaft sein.
  • Sie darf andere Kinder nicht stören.
  • Sie muss gewaltfrei sein.
  • Erwachsene erklären Kindern das Konzept der Intimsphäre.

Zwischenmenschliche Kompetenzen

  • Kinder dürfen nein zu aufgedrängten Küssen und Umarmungen sagen!
  • Erwachsene sind Vorbilder und drücken sich daher klar und respektvoll aus.
  • Erwachsene passen ihre Antworten auf Fragen immer dem Alter des Kindes an.
  • Es ist entscheidend, Kindern den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Geheimnis zu erklären.
  • Um zu lernen, wie Konflikte positiv gelöst werden können, ist die Rolle des Erwachsenen wichtig.
  • Erwachsene stärken das Vertrauen der Kinder, indem sie ihnen ermöglichen, eigene Entscheidungen zu treffen und sie in diesen unterstützen.

Beziehungen

  • Erwachsene müssen die Schmerzen, die Kinder bei jeder emotionalen Trennung ausdrücken, ernst nehmen.
  • Die ersten romantischen Gefühle können zwischen 5 und 7 Jahren auftreten.

„Doktorspiele“:

  • Normaler Bestandteil der kindlichen Entwicklung.
  • Kinder sollten im gleichen Alter sein (max. 2 Jahre Unterschied) und denselben Entwicklungsstand aufweisen.
  • Spiele müssen freiwillig sowie gewalt- und zwangsfrei sein. Nichts darf in Körperöffnungen eingeführt werden.
  • Erkundungsspiele dürfen keine Szenen erwachsener Sexualität reproduzieren.

Identität

  • Mädchen- und Jungenkram gibt es nicht.
  • Geschlechterstereotype sollten vermieden werden (Rosa für Mädchen, Blau für Jungen).
  • „Ein Junge kann Angst haben, traurig sein, ein Mädchen kann wütend und sportlich sein…“
  • Es gibt keine „Tomboys“, keine „braven Mädchen“ oder „Weicheier“.
  • Verkleiden, frei von Stereotypen, ist eine Aktivität für alle Kinder.
  • Erwachsene können Kinderbücher umschreiben und z.B. die Held*innen austauschen.
  • Erwachsene können auch Lieder und Reime umschreiben.